Wie die Bibel des Pastors zur Mausefalle wurde

Als Pastor Paul Johannes Wilhelm Rohrbeck, der von 1895 bis 1946 Seelsorger der evangelischen Gemeinde in Rethmar war, im Familienkreis seine unglaubliche Geschichte „von der Bibel mit der Maus“ zum Besten gab, wollte ihm niemand so recht glauben. Erst nach seinem Tode beim Ordnen seines 

Maus mit Bibel erschlagenNachlasses wussten seine Erben, dass der Großvater nicht geflunkert hatte, erzählt der heute 87jährige Jürgen Bortfeldt.

Man wollte es ihm nicht glauben, wenn Pastor Rohrbeck im Freundeskreis erzählte, wie er einst mit einer Bibel eine Maus gefangen hatte. Seine Erben haben das makabere Lesezeichen inmitten der Heiligen Schrift fotografiert.

Er innert sich noch genau an jenen Augenblick, als seine Ehefrau Lieselotte die kostbare Bibel aus dem Regal nahm und darin blätterte. Unter dem Kapitel „Krieg der Juden“ befand sich als makaberes Lesezeichen eine Maus, fast hauchdünn mumifiziert, ein Anblick, in dem sie vor Schreck das gewichtige Buch fallen ließ.

So alt wie die wertvolle Bibel dürfte die Maus nicht gewesen sein, die sich vor etwa hundert Jahren zwischen die Seiten der Heiligen Schrift wagte, just in jenem Augenblick, auf den der Pastor lange gewartet hatte. Mit aller Kraft habe er das Buch zugeschlagen und dann in sein Bücherregal gestellt, erzählt er später, da ihn die vielen Mäuse, die über Tisch und Stühle tanzten, genervt hätten, weil seine Ehefrau, seine dritte, keine Katzen im Hause duldete.

Fortan stand die Heilige Schrift mit dem kuriosen Relikt im Bücherschrank des ehemaligen Naturwissenschafts-Professors an der Lehrter Rabestraße. Doch als er mit seiner Ehefrau ins Lehrter Alters- und Pflegeheim an der Iltener Straße umzog, verteilte er seinen Bücherschatz an seine vier Töchter. Vermutlich, so Jürgen Bortfeldt, ist die „Bibel-Maus“ jetzt in der Obhut von Tochter Susanne, die als verwitwet Pastorenfrau in Regensburg lebt.

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