Uralte Immenser Fachwerkscheune wurde in Ahlten zum Pferdestall

Volker Buchholz : Lehrer, Pferdefreund, Steinbildhauer und Freizeitlandwirt

Es ist nicht zu übersehen, das über hundert Jahre alte Bauernhaus am einstigen Mühlenende 140 in Ahlten, durch dessen große Toreinfahrt noch vor hundert Jahren Erntewagen rollten, um Stroh und Heu auf dem Dielenboden einzulagern. Heute dient die Diele als Remise für einen Kutschwagen, mit dem Volker Buchholz gelegentlich einen Ausflug unternimmt, wenn seine drei Norweger wieder einmal Bewegung brauchen, die gleich nebenan in einem über 200 Jahre alten Fachwerkstall stehen.

Aus dem Fachwerk einer über 200 Jahre alten Scheune, die einst im benachbarten Immensen stand, hat Volker Buchholz seinen Pferdestall zusammen gebaut.

Aus dem Fachwerk einer über 200 Jahre alten Scheune, die einst im benachbarten Immensen stand, hat Volker Buchholz seinen Pferdestall zusammen gebaut, in dem sich seine Norweger Fjordpferde wohl fühlen. Gelegentlich macht Ehefrau Martina mit einem der Norweger auch einen Reitausflug, wenn Haus und Beruf ihr Zeit dazu lassen.

Recht nostalgische zeigt sich das im Originalstil erhaltene Bauernhaus auf Dreyers ehemaligem Acker an der heutigen Backhausstraße 28, in dem die gute alte Zeit noch sichtbar wird. Fritz Christian Heinrich Dreyer, Sohn einer im Dorf alteingesessenen Bauernfamilie, hatte 1890 Caroline Dorothee Eleonore vom Ahltener Hartmannshof geheiratet, die auch eine gute Aussteuer mit in die Ehe brachte. Zwei Jahre später beschlossen die, Jungvermählten ein Haus zu bauen und ein wenig Landwirtschaft zu betreiben, da Fritze Dreyers Verdienst als Schrankenwärter nicht ausreichte, um satt zu werdenVolker Buchholz und zwei Kinder aufzuziehen. Sohn Heinrich verstarb frühzeitig, während Tochter Sophie ein lebenlang unverheiratet blieb und später Haus und Hof “über drei Ecken” an Volker Buchholz vererbte.

Volker Buchholz hat auf Lehramt studiert, Bildsteinhauer gelernt und ist schließlich doch Schulmeister geworden, ein guter, wie es heißt. Doch seine große Liebe gilt seinen drei Norweger Fjordpferden, seiner Ehefrau Martina und natürlich auch seinen Madonnen aus hartem Gestein, denen er noch immer ein wenig Zeit widmet, ohne seine Grundschüler zu vernachlässigt.

Immerhin hatte sie damit die richtige Wahl getroffen, denn der heute 53jährige Lehrer, der nach Abitur und Studium auch einen Gesellenbrief als Steinbildhauer erworben hatte, zeigt sich für die Pflege alten Brauchtums überaus verbunden. Er sammelt landwirtschaftliche Gerätschaften, zieht schon mal mit Pferd und Pflug eine schnurgerade Furche auf einem Acker oder meißelt aus altem Granit Madonnen, Grabengel oder Gedenksteine. Manchmal auch auf Bestellung, wenn er dafür eine Fuhre Heu oder einen Sack Hafer für seine Pferde bekommt.

Überhaupt, so Ehefrau Martina, gilt seine große Liebe seinen Norweger Fjordpferden, die gut versorgt im benachbarten Pferdestall stehen, der einst als Scheune auf einem ehemaligen Bauernhof an der Bauernstraße in Immensen stand und verschrottet werden sollte. Volker Buchholz hörte davon: Für ” een Appel un een Ei” durfte er das alte Fachwerkgerümpel mitnehmen. Mühevoll baute er daheim im Garten alles wieder zusammen. Der Pferdestall ist für ihn so etwas wie eine Visitenkarte, hergestellt auf althergebrachte Weise ohne einen Nagel aus Eisen.

 

Volker Buchholz liebt seine Steckenpferde

Ehefrau Martine lässt ihn gewähren. Mal geht Volker Buchholz überraschend ins hauseigene Moor, um sich an Sonnentau zu erfreuen oder um ein paar Soden auszustechen, obwohl im Haus schon lange kein Torf mehr verfeuert wird. Dann wieder sind es Hammer und Meißel, die ihn magisch anziehen, weil eine noch nicht fertige Skulptur an der Hauswand lehnt. Immerhin hat er dafür sogar einen Gesellenbrief mit Prädikat, nicht ganz freiwillig, wie er erzählt.
Nach dem Abitur in Lehrte habe er auf Lehramt studiert – mit Erfolg. Doch dann wollte niemand mehr junge Lehrer einstellen. Um nicht untätig herum zu sitzen, begann Volker Buchholz eine Lehre als Steinbildhauer. Er fand Freude an der Bildhauerei. Doch als Lehrer wieder gefragt waren, kehrte er zurück in den Schoß der Schule, nicht nur wegen der “Freizeit”, meint er scherzend.
Ja, und wenn Volker Buchholz nicht gerade Klassenarbeiten korrigieren muss, dann finden wir ihn bei den Pferden, bei seinen Norwegern in einem alten Fachwerkstall, den er aus Jahrhunderte alten Materialen selbst zusammen gebaut hat.

© Lothar Rolf Luhm.
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