Abseits vom Damme steht Aligses ältestes Bauernhaus

Es ist das erste Haus abseits vom Damme hieß es früher im Dorf, wenn vom Hof Nr. 16 die Rede war, den über Jahrhunderte die Sippe Buchholz bewirtschaftete. Doch wer vor ihnen dort die Pflugschar führte und das an der heutigen Dorfstraße Nr. 19 stehende mittelalterliche Zweiständerhaus anno 1602 erbaut hat, das lässt sich bis auf den heutigen Tag nicht sagen. Jetzt gehört das Haus, das als das älteste in Aligse gilt und unter Denkmalschutz steht, Angela und Roger Michael Klatt, die es durch ihren Kauf im Jahre 1987 vermutlich vor dem Abriss bewahrt haben.

Fachwerkhaus Klatt

Mehr als 400 Jahre alt ist dieses Niederdeutsche Fachhallenhaus.

Letzte Eigentümerin war die Landwirtin Christa Kracke-Helm, die bereits die Abrissgenehmigung beantragt hatte, als das aus Hannover stammende Ehepaar Klatt sich entschloss, das seinerzeit unbewohnte Haus zu ihrer neuen Heimat zu machen. Fast ausschließlich in jahrelanger Eigenarbeit entstand aus dem desolaten Zweiständerhaus ein rund 300 qm umfassendes Schmuckstück, dessen Mittelpunkt die stilecht restaurierte Diele ist, an die früher schachtelartig die übrigen Wohnräume angegliedert waren. Äusserlich unverändert ist das alte Fachwerk, das in einseitig stabilisiert wurde, um den Charakter des Hauses zu wahren. Beeindruckend sind vor allem die uralten knorrigen Eichenbalken, die das ganze Gebäude eindrucksvoll durchziehen.

Den Nachweis, dass das Haus tatsächlich das älteste in Aligse ist, erbrachte ein dendrochronologisches Gutachten, das  der ehemalige Lehrter  Baudezernent Manfred Kleinke beim Institut für Forstbenutzung in Göttingen in Auftrag gegeben hatte. Anhand der Jahresringe konnte festgestellt werden,  dass das Eichengebälk tatsächlich mehr als 500 Jahre alt ist. Darüber hinaus macht Kleinke darauf aufmerksam, dass es sich bei der Konstruktion um ein Niederdeutsches Fachhallenhaus handelt, das einmalig in der gesamten Region sei. Wer es erbauen ließ, bleibt weiter ein Geheimnis.

Aus einem Lehnsregister geht hervor, dass Bauern mit dem Namen Bocholte oder Borkholz, aus denen sich später der Name Buchholz entwickelte, Eigentümer des Zweiständerhauses bis ins 20. Jahrhundert waren.

Der Verkehrsverein der Stadt Lehrte hat inzwischen auf einem großen Feldstein vor dem Haus eine Bronzetafel anbringen lassen, mit der darauf hingewiesen wird, daß hier das älteste Haus Aligses steht.

Gedenkstein

Der Verkehrsverein der Stadt Lehrte hat inzwischen auf einem großen Feldstein vor dem Haus eine Bronzetafel anbringen lassen, mit der darauf hingewiesen wird, daß hier das älteste Haus Aligses steht.

Über 400 Jahre alt ist dieses Niederdeutsche Fachhallenhaus, das der Verkehrsverein mit einer Bronzetafel auszeichnen will, es ist die 18. in der Reihe zur Stadtgeschichte. Die Tafel soll auch auf die Bedeutung des Stadtteils hinweisen, zumal Aligse bereits seit 1286 urkundlich nachweisbar ist, wie es eine Eintragung im Zinnsregierter des Bistums Hildesheim beweist. Damals war Aldagessen mit vier Schillingen und acht Scheffel Weizen dem Dom in Hildesheim abgabepflichtig.

 

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