Lehrter Matthäus-Gemeinde trennte sich lieber von ihren Pastor als von ihrem Gotteshaus

Anno 1976 fürchtete die Lehrter Matthäusgemeinde, dass die klingenden und schwingenden Glocken von St. Matthäus den Kirchturm zum Einsturz bringen könnten, zumal laufend Steine aus der Turmspitze herab fielen und auch das Mauerwerk des Gotteshauses bedenkliche Risse aufwies. Pastor Hartwig Hohnsbein machte damals (2001) dem Kirchenvorstand den Vorschlag, die Kirche abzureißen oder in eine Markthalle umzuwandeln. Doch die Matthäusgemeinde trennte sich lieber von ihrem Pastor als von der Kirche. Rettung kam von der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, die mit rund 30000 DM das seinerzeit  100jährige Gotteshaus restaurieren half.

Mit Herrn Busse im Glockenturm

Die beiden eisernen Glocken haben einen Ehrenplatz vor der Matthäuskirche erhalten.

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Um Mitternacht den Iltener Dorfkrug gekauft

Man sieht es dem schmucken Fachwerkhaus an der Wilhelm-Dörries-Straße No 1 nicht an, das es schon über 400 Jahre alt ist. In blütenweißem Gewand ist es von schlichter Schönheit, Ortsbild prägend für diesen nördlichsten Sehnder Stadtteil. Erbauen ließ es um 1590 Amtvogt Hans Schlüter-Tietz, dem der Salhof der Ziegenmeiers schon lange ein Dorn im Auge war. Er plante für seine Sippe einen ebenso repräsentativen eigenen Salhof, der seines Amtes angemessen war.

Die Erfüllung seines ehrgeizige Plans erlebte er nicht mehr. Er starb 1592, so dass seine Witwe Elisabeth Schlüter sein Werk vollenden musste. Nach ihrem Tod anno 1600 wechselte der Salhof, der im Brandkataster die Nummer 45 trägt, mehrfach den Besitzer.

Salhof Sicht von der Straße

Es ist von schlichter Schönheit und Ortsbild prägend, das historische Fachwerkhaus an der Wilhelm-Dörries-Straße Nr.1.

Den Schlüters folgten Amtvogt Daniel Jordens und Oberstleutnant Karl von Ilten, dessen Witwe heiratete Major von Bessel, der den Salhof später an den Landeshauptmann Milchior Christoph Oldenburger verkaufte.

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Abseits vom Damme steht Aligses ältestes Bauernhaus

Es ist das erste Haus abseits vom Damme hieß es früher im Dorf, wenn vom Hof Nr. 16 die Rede war, den über Jahrhunderte die Sippe Buchholz bewirtschaftete. Doch wer vor ihnen dort die Pflugschar führte und das an der heutigen Dorfstraße Nr. 19 stehende mittelalterliche Zweiständerhaus anno 1602 erbaut hat, das lässt sich bis auf den heutigen Tag nicht sagen. Jetzt gehört das Haus, das als das älteste in Aligse gilt und unter Denkmalschutz steht, Angela und Roger Michael Klatt, die es durch ihren Kauf im Jahre 1987 vermutlich vor dem Abriss bewahrt haben.

Fachwerkhaus Klatt

Mehr als 400 Jahre alt ist dieses Niederdeutsche Fachhallenhaus.

Letzte Eigentümerin war die Landwirtin Christa Kracke-Helm, die bereits die Abrissgenehmigung beantragt hatte, als das aus Hannover stammende Ehepaar Klatt sich entschloss, das seinerzeit unbewohnte Haus zu ihrer neuen Heimat zu machen. Fast ausschließlich in jahrelanger Eigenarbeit entstand aus dem desolaten Zweiständerhaus ein rund 300 qm umfassendes Schmuckstück, dessen Mittelpunkt die stilecht restaurierte Diele ist, an die früher schachtelartig die übrigen Wohnräume angegliedert waren. Äusserlich unverändert ist das alte Fachwerk, das in einseitig stabilisiert wurde, um den Charakter des Hauses zu wahren. Beeindruckend sind vor allem die uralten knorrigen Eichenbalken, die das ganze Gebäude eindrucksvoll durchziehen. Weiterlesen

Puppen-Rust im Lehrter Stadtpark: Wo einst auch Schafe blökten

Das Fachwerk ist rund 173 Jahre alt, doch das äußere Gewand ist neu und gut gepflegt. Ein Verdienst des Lehrter Männerchors von 1867, der im Frühjahr 1985 die Schirmherrschaft über die ehemalige Dorfscheune im Stadtpark übernahm, die zwar nicht  unter Denkmalschutz steht, aber unbestritten schutzwürdig ist. Mit Hilfe der Sänger verwirklichte Lehrtes ehemaliger Stadtdirektor Dr. Axel Saipa hier eine Vision, die das jetzige schmucke Fachwerkhaus, das ursprünglich Heimatmuseum werden sollte, zu einem kulturellen Mittelpunkt der Stadt Lehrte werden ließ.

Fachwerkhaus im Stadtpark

Fachwerkhaus im Stadtpark war mal eine Scheune

Früher stand die ehemalige Scheune im Lehrter Dorf. Friedrich Rust und Sophia Nöhren hatten sie anno 1836 anstelle ihrer dort abgebrannten von Zimmermeister Wilhelm Bödecker aus Dolgen errichten lassen. Das besagt die Inschrift, die der Meister in den Giebelbalken eingeschnitten hat „: Am 29ten Januar spät sieben Uhr, zeigt sich verderbt des feuers  Spur, drey Gebäude wurden desselben Raub, in Asche verwandelt und zu Staub. Schüz segne Vater diesen Bau, und führ uns stets auf grüner Au”.

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Kulturdenkmal im Kirchenportal

Es lohnt sich, einen Augenblick zu verweilen: Genau 300 Jahre alt ist der Grabstein, ein Epitaph von kulturhistorischen Wert, das als Leihgabe im Portal der Matthäuskirche zu bewundern ist. Es ist dem Freien-Kornett Barthold Molsen gewidmet, der im Alter von 29 Jahren in der Schlacht bei Malplaquet am 11. September 1709 verwundet wurde und vier Tage später verstarb.

Standplatz Opferkamp

Neuer Standplatz Opferkamp.

Damals war es üblich, das die Freien Bauern aus Lehrte – gemessen an ihrer Einwohnerzahl – etwa 50 Mann für den Kriegsdienst stellen mussten, wenn die welfischen Fürsten wieder einmal irgendwo in Händel verwickelt waren. Fern der Heimat kämpften und siegten Anfang des 18. Jahrhunderts zwei Freien-Kompanien unter dem Oberbefehlshaber der vereinigten hannoverischen-englischen Armee Herzog von Marlborough und Prinz Eugen gegen die Franzosen bei Hochstädt. Es heißt, Barthold Molsen, der in der Musterrolle als Fähnrich, Kornett oder Hauptmann bezeichnet wurde, war einer von ihnen. Weiterlesen

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